bEMBELkINDER Boat Life, Juli 2026 _ 1 – Die ersten 200 km

Segeln mit neuem Propeller – jetzt geht’s los!

02.07.2026: Unerwartet plötzlich Geräusche unterm Boot: der neue güldene Propeller ist da und wird an die konische Welle angepasst. Zwei Wochen Warten und dann ist das gute Stück in zehn Minuten von Meister Kemal angebracht! Jetzt geht alles unerwartet schnell: Noch fix den Wassertank auffüllen, das Deck schrubben, Duschen, den Auskrantermin für den nächsten Vormittag bestätigen, die letzten Einkäufe erledigen, die erste Etappe festlegen… . Wir fragen uns, ob wir das Segeln nach der langen Wartefrist nicht schon verlernt haben und sind in der Tat ein bisschen aufgeregt, nun wirklich aus der Trockenliegeplatz-Lethargie heraus direkt aufs Wasser geschmissen zu werden.

03.07.2026: Spontan wird das Auskranen von Markus von 11 Uhr auf 10 Uhr vorverlegt und es gibt kein Entkommen mehr. Der neue dreiflüglige Propeller lässt uns noch besser aus dem Hafen manövrieren und wir setzen die Segel gen Süden! Erst kommen wir gut voran und verabschieden uns nun endgültig von unserer „Heimatinsel“. Dann kommt die Flaute auf der Höhe von Ilovik … und plötzlich wie aus dem Nichts sehen wir die ersten Delfine einfach so an uns vorbeischwimmen – Wahnsinn! Vor Premuda – unserem angepeilten Ziel – frischt der Wind wieder auf und wir treffen haarscharf den schmalen Eingang zwischen den vorgelagerten Inseln an der Westseite. Die angepeilte Bucht erweist sich allerdings als Wespen-Hotspot und wir müssen uns spontan zur Weiterfahrt umentscheiden. Nächstes Ziel wird die gut geschützte Ankerbucht südseitlich von der Insel Ist, was sich als perfekte Wahl herausstellt. Gleich beim ersten Törn haben wir direkt 29 nm (eine nautische Meile entspricht 1,85 km) Strecke geschafft! Erschöpft werfen wir den Anker und bleiben gleich zwei Nächte, um auch noch einen kleinen Ausflug auf die Insel unternehmen zu können.

05.07.2026: Es geht wieder weiter! Ohne festes Ziel peilen wir die Strecke an der Ostseite der Insel Dugi Otok an. Plötzlich fällt Markus Schuh ins Wasser und wir haben eine gut Gelegenheit für das erste Mensch-über-Bord-Manöver: Schuh gerettet! Spontan entschließen wir uns, an einer alten Bunkeranlage kurz anzuhalten, weil es dort frisches Quellwasser vom Hahn geben soll! Der Wasservorrat ist in der Tat neben dem Diesel für den Motor das wichtigste Element an Bord. Natürlich besichtigen sehr viele Motorboote gleichzeitig mit unserer Ankunft den Tunnelbunker, aber wir schaffen ein gutes Ankermanöver und Markus fährt mit dem Dingi zum Auffüllen los. Tolles mineralhaltiges Wasser lohnt jedes Extramanöver! Schließlich wählen wir eine ruhige Stelle zwischen den Inseln Otok Veli Planatak und Otočić Mali Planatak zum Ankern für die Nacht. Weitere 13 nm liegen hinter uns.

06.07.2026: Diesmal haben wir uns als nächstes Ziel das Örtchen Zman an der ewig langen Insel Dugi Otok ausgewählt, um im dortigen Minimarkt zumindest die Chance auf ein Ankerbierchen zu haben. Wir haben unsere Essensvorräte zwar im tollen Lidl in Mali Lošinj ganz gut gefüllt, aber Frischware bei heißen Temperaturen bleibt bekanntlich nicht lange frisch! 12 nm ohne weitere Vorkommnisse.

07.07.2026: Unser nächstes Ziel ist die Insel Otok Žut mit einer kleinen Marina in einer geschützten Bucht. Die kommenden 11 nm machen großen Spaß, ich darf mehrmals Halsen (unser Ziel liegt genau in der Richtung, in die der Wind bläst) und ich schaffe es sogar Einhand mit den Halsen! Unser Ankermanöver ist dann etwa holprig, aber wir können uns schließlich recht cool zwischen zwei andere Boote in eine sehr idyllische Ecke der Bucht ziehen und zwei Landleinen am Ufer befestigen. Klar, hier bleiben wir auf jeden Fall zwei Nächte! Im teuren Marinaminimarkt erfahren wir, dass erst vor drei Wochen hiesiger Marinasteg eingebrochen ist und die Marina nun – bis auf den Bojenbetrieb und die sanitären Anlagen – schließen musste. Sonst wären hier in der Regel locker 70 Boote oder mehr, so sind es nur ein Drittel. Für uns eine recht glückliche Fügung, denn wir verbringen hier eine sehr ruhige, entspannte Zeit mit Grillenzirpen, Baden und einer frischen Dusche umsonst.

09.07.2026: Um unseren Vorrat etwas aufzufüllen, steuern wir ab Mittag die Insel Murter, die einen größeren Supermarkt haben soll, an. Neben uns hat sich inzwischen ein Päcken mit drei Motorbooten gequetscht – es wird also auch Zeit zur Weiterfahrt. Hui, 11 – 14 Knoten Wind, das ist schon was mit der kleinen AEGIS. Wir kommen auf 6 Knoten Fahrt und die Wellen schütteln uns gehörig! Aber das ist ja auch Segelspaß 😀. Unsere neue Bucht gehört zu einem Campingplatz und wir Ankern recht lässig trotz weiteren 11 Knoten Wind mittendrin mit nur 5 anderen Booten in angenehmem Abstand und der Anker hält wunderbar. Unsere neuste Erkenntnis: die App Windfinder ist aktuell viel genauer als die App Windy und sorgt nun – neben unserer Ankerruckdämpfung mittels Seilzwischenschaltung – für eine ruhige Nacht.

Für morgen brauchen wir aber unbedingt noch eine völlig einsame Bucht am liebsten, um uns nach inzwischen fast 200 km in einer Woche erst mal wieder zu entspannen 😉

Hier unsere bisherigen Routen zusammengefasst:



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